Reibungslose Handovers für Agenturen: Von Figma zu produktionsreifem Code und stabilen Schnittstellen
30.12.2025Dieser Beitrag richtet sich an Marketing-, Design- und Werbeagenturen in Deutschland und zeigt, wie ein sauberer Handover vom Figma-Design zum produktionsreifen Frontend und zu robusten Backends gelingt – inklusive klarer Definition-of-Ready/Done-Checklisten. Er erläutert, welche Artefakte Agenturen bereitstellen sollten: strukturierter Figma-Export mit Design-Tokens und Komponentenbibliothek, definierte Responsive-, Accessibility- (WCAG 2.2 AA) und Performance-Vorgaben sowie CMS-Content-Modelle, API-Verträge (OpenAPI) und transparente Datenflüsse. Außerdem beschreibt er einen verlässlichen Delivery-Prozess mit Git/Branching, Staging, QA, visueller Regression, SEO/Tracking & Consent-Management und messbarer Qualität über Core Web Vitals. JAR Media setzt diese Vorgaben agil und stundenbasiert um (95 € Entwicklung, 105 € Beratung) und arbeitet nahtlos als Projektpartner oder in Teilmodulen – ausschließlich für Kunden in Deutschland.
Damit wir Ihr Design schnell, präzise und fehlerfrei umsetzen können, beginnt alles mit einer sauberen, vollständigen Übergabe. In der Praxis hat sich ein klar strukturierter Figma-Export bewährt – angereichert mit Design-Tokens, Komponentenbibliotheken sowie verbindlichen Regeln für Responsive-Verhalten, Accessibility und Performance.
Was wir benötigen:
- Figma-Zugriff: Lese- und ggf. Kommentierrechte, eindeutige Seitenstruktur (z. B. “Foundations”, “Components”, “Templates”, “Pages”).
- Design-Tokens: Farben (mit Semantik, z. B. primary/secondary/info/success), Typografie (Font-Familien, -Größen, -Skalen), Spacing, Radius, Schatten, Z-Indizes. Idealerweise als Token-Export (JSON/Style-Dictionary) oder klar dokumentierte Tabelle.
- Komponentenbibliothek: Atoms/Molecules/Organisms mit Varianten (States, Größen), Naming-Konventionen, Beispielbelegungen und No-Gos.
- Assets: Icons vorzugsweise als SVG mit einheitlicher Grid-Basis; Bilder als WebP/AVIF plus Fallback; definierte Exportgrößen und -strategien (1x/2x), Lazy-Loading-Regeln.
- Responsive-Regeln: Klar definierte Breakpoints (z. B. 360/768/1024/1280/1440 px) und Verhalten je Komponente (Stacking, Visibility, Reflows). Wo möglich: Fluid Typography/Container Queries.
- A11y-Kriterien: WCAG 2.2 AA, Tastaturnavigation, Fokusreihenfolge, Kontrast (mind. 4.5:1), Alt-Texte, sinnvolle ARIA-Rollen/Labels. Für interaktive Elemente: Hover/Focus/Active/Disabled klar gestaltet.
- Performance-Budgets: Zielwerte für Core Web Vitals (LCP ≤ 2,5 s, CLS ≤ 0,1, INP ≤ 200 ms), maximale Bundle-Größen, Bildgrößenrichtlinien, Third-Party-Skripte mit Budget und Ladeprioritäten.
Checkliste Definition of Ready – Frontend
- Vollständiger Figma-Link inkl. Libraries, saubere Benennung, keine veralteten Frames.
- Exportfähige Tokens (Farben, Typo, Spacing etc.) plus Mapping auf Komponenten.
- Komponenten mit States, Interaktionen, Fehlermeldungen und Edge Cases.
- Responsive-Verhalten auf Komponenten- und Template-Ebene dokumentiert.
- A11y-Anforderungen je Modul festgelegt, Kontraste geprüft.
- Performance-Budgets, Ladeprioritäten (Critical CSS, Fonts, Third-Party) definiert.
- Bild- und Icon-Exportspezifikation (Formate, Größen, Komprimierung).
Mit dieser Basis implementieren wir ein skalierbares Frontend – vorzugsweise komponentenbasiert, mit sauberer Trennung von Präsentation und Logik, konsistenten Tokens und klaren Build-Targets (z. B. moderne Browsermatrix, Polyfill-Strategie nur wo nötig).
Robuste Backends und Schnittstellen: Content-Modelle, API-Verträge und Datenflüsse
Die technische Stabilität entsteht im Backend: ein sauberes Content-Modell für das CMS, klare API-Verträge und transparente Datenflüsse. So können Agentur-Teams Inhalte effizient pflegen, während wir Integrationen, Sicherheit und Wartbarkeit gewährleisten.
Was wir benötigen:
- CMS-Content-Modelle: Definierte Content-Typen (z. B. Seite, Artikel, Produkt), Felder (Pflicht/optional), Validierungsregeln, Relationen, Mediatypen, Slug-/URL-Strategie, SEO-Felder (Title, Description, Canonical, OG/Twitter).
- Redaktions-Workflows: Rollen/Rechte, Freigabeprozesse, Versionierung, Übersetzungen (falls geplant), Medienverwaltung und Bildstile.
- API-Verträge: OpenAPI/Swagger-Spezifikation oder Postman-Collection mit Endpunkten, Authentifizierung (OAuth2/API Keys), Schemas, Versionierung, Pagination/Filter, Rate Limits, Caching-Hinweise, Fehlercodes (RFC 7807 empfohlen).
- Datenflüsse: Diagramm der Systemlandschaft (CMS, Shop, Drittsysteme wie PIM/CRM/ERP), Event-Flows (Webhooks, Message Queues), Synchronisationsfrequenzen, Verantwortlichkeiten.
- Sicherheit & Compliance: DSGVO-Anforderungen, Datensparsamkeit, Log-/Audit-Vorgaben, Backups, PII-Handhabung und Maskierung in Testumgebungen.
Checkliste Definition of Ready – Backend & Schnittstellen
- Vollständige OpenAPI/Swagger-Datei mit Beispiel-Payloads und Testkonten.
- Geklärte Authentifizierung, Schlüsselverwaltung und Rechte-Scopes.
- Versionierungsstrategie (z. B. URI v1/v2 oder Header-basiert), Deprecation-Plan.
- Content-Modelle mit Felddefinitionen und Validierungen, Migrationsstrategie.
- Datenflussdiagramm inkl. Fehlerpfade und Retry/Backoff-Strategie.
- Caching-Policy (Server-/Client-seitig), ETags/Last-Modified, TTLs.
- Monitoring/Observability-Anforderungen (z. B. Metriken, Logs, Alerts).
Auf dieser Grundlage entwickeln wir stabile Integrationen, minimieren Bruchstellen zwischen Systemen und stellen sicher, dass Ihr Redaktionsteam unabhängig und effizient arbeiten kann.
Arbeitsweise in der Umsetzung: Git, Branching, Staging, QA, SEO/Tracking & Consent
Struktur und Transparenz im Delivery-Prozess sind entscheidend für planbare Qualität. Wir richten die Zusammenarbeit so ein, dass Sie jederzeit den Überblick behalten und Abnahmen zügig erfolgen.
Git- und Branching-Strategie
- Vorgehen: Entweder Gitflow (feature/hotfix/release) oder trunk-based mit kurzen Feature-Branches – je nach Teampräferenz.
- Code-Qualität: Pull-Requests mit Code-Review (mind. 1 Approval), Code Owners für kritische Pfade, linters/formatters, Commit-Konvention (z. B. Conventional Commits).
- CI/CD: Automatisierte Builds, Tests, Linting, Preview-Deployments pro PR, Artefaktversionierung und Release Notes.
Staging-Umgebungen
- Environments: Development, Staging, Production – optional Review-Apps pro Feature.
- Daten: Realistische Seed-Daten; produktive Daten in Staging anonymisiert (DSGVO).
- Konfiguration: Strikte Trennung per Environment-Variablen; Feature Flags für inkrementelle Releases; Rollback-Strategien.
QA, Abnahme und Definition of Done
- Teststrategie: Unit/Integration/E2E-Tests je Komponente/Use Case; Cross-Browser-/Device-Matrix (z. B. aktuelle Chrome/Firefox/Safari/Edge, iOS/Android).
- Abnahmekriterien: Pro User Story klare Akzeptanzkriterien (Funktion, A11y, Performance, Tracking, SEO).
- Visuelle Regression: Snapshot-Tests für kritische Templates/Komponenten.
- Dokumentation: Changelog, Tech Notes, Readme für Setup und Betrieb.
Checkliste Definition of Done – Projekt
- Alle Akzeptanzkriterien erfüllt, Tests grün, Linting/Builds fehlerfrei.
- Core Web Vitals innerhalb der Budgets auf Staging unter Produktionsbedingungen.
- A11y-Checks (WCAG 2.2 AA) bestanden, Tastaturnavigation vollständig.
- Content-Modelle produktiv migriert, Redaktions-Workflows getestet.
- API-Endpunkte gegen OpenAPI validiert, Fehlerhandling und Timeouts geprüft.
- Monitoring/Logging aktiv, Alarme konfiguriert, Runbooks vorhanden.
- Security-Checks (Abhängigkeiten, Header, CSP) durchgeführt.
SEO/Tracking und Consent-Management
- SEO-Basics: Saubere Semantik, Titles/Descriptions, Sitemaps, Robots, Canonicals, strukturierte Daten (Schema.org), hreflang sofern benötigt.
- Tracking: Implementierung bevorzugt via Tag Manager mit klaren DataLayer-Ereignissen; Testpläne für Events/Conversions.
- Consent: DSGVO/TTDSG-konformes CMP (z. B. TCF 2.2), granulare Opt-Ins, Consent-Scopes pro Vendor; Blockierung von Skripten bis zur Einwilligung; Protokollierung und Proof-of-Consent.
- Performance: Third-Party-Skripte nur mit Budget, über defer/async bzw. Server-Side-Tagging, Consent-aware Laden.
Checkliste SEO/Tracking & Consent
- Meta-/Open-Graph-Felder befüllbar, Sitemaps generiert, Canonicals korrekt.
- DataLayer-Events dokumentiert, im Staging testbar, QA-Plan vorhanden.
- CMP integriert, Kategorien/Provider gepflegt, Opt-In-Gates korrekt.
- Consent-abhängige Tags geblockt bis Freigabe, Fallbacks vorhanden.
Transparente Zusammenarbeit mit JAR Media: Agil, stundenbasiert, nahtlos
JAR Media (eine Marke der invokable GmbH, Deutschland) arbeitet mit Agenturen in einer klaren, transparenten Struktur zusammen – sowohl in Komplettprojekten als auch als Teil eines bestehenden Teams. Unsere Leistungen richten sich ausschließlich an Kunden in Deutschland.
Onboarding und Rollen
- Kick-off: Gemeinsames Durchgehen von Zielen, Scope, Risiken, Done-/Ready-Definitionen, Kommunikationswegen und Tools (z. B. Jira/YouTrack, Slack/Teams).
- Rollenklärung: Ansprechpartner auf Agenturseite (Design, PM, Redaktion, SEO), auf unserer Seite (Beratung/Entwicklung). Optionale Einbindung Ihrer eigenen Entwickler – wir übernehmen gerne Teilmodule.
Agile Arbeitsweise und Steuerung
- Taktung: Iteratives Vorgehen (Sprints oder Kanban), wöchentliche oder zweiwöchentliche Planungen, kurze Demos/Reviews.
- Backlog-Pflege: Gemeinsames Grooming/Refinement, priorisierte Roadmap, klare Akzeptanzkriterien.
- Transparenz: Zeitbuchung pro Aufgabe, wöchentliche Reports (geleistete Stunden, Fortschritt, Risiken), Burn-up/Budget-Tracking.
Abrechnung und Budgets
- Stundensätze: 95 € pro Programmiererstunde, 105 € pro Beraterstunde.
- Vorgehen: Zu Projektbeginn erstellen wir eine Budget- und Kostenschätzung, teilen Aufgaben in Beratung (Konzept, Architektur, Workshops) und Entwicklung (Implementierung, Tests) und arbeiten anschließend agil.
- Anpassbarkeit: Budgetrahmen und Geschwindigkeit können Sie über Priorisierung und Scope feinsteuern; wir melden Abweichungen frühzeitig.
Nahtloser Einstieg in Teilprojekte
- Bestehende Codebasis: Wir übernehmen vorhandene Repositories, richten CI/CD nach Bedarf neu ein und halten uns an Ihre Coding-Guidelines.
- Gemeinsame Standards: Wir orientieren uns an Ihren Komponentenbibliotheken, Design-Systemen und Storybook-Setups, erweitern sie bei Bedarf in enger Abstimmung.
- Wissensübergabe: Regelmäßige Tech-Notes, Pairing-Sessions und Handover-Workshops an Agentur-Teams sorgen für Nachhaltigkeit.
Praktische Start-Checkliste mit JAR Media
- Ziele, Metriken und Nicht-Ziele definiert; priorisierte Must-haves/Nice-to-haves.
- Figma/Assets/Tokens freigegeben, Content-Modelle/Backlog angelegt.
- OpenAPI- oder Postman-Spezifikationen bereitgestellt, Testkonten vorhanden.
- Git-Repos und Zugänge (CI/CD, Hosting, CMS) eingerichtet; Branching vereinbart.
- QA-Plan, Abnahmekriterien und Performance-Budgets abgestimmt.
- Kommunikations- und Reporting-Rhythmen fixiert; Ansprechpartner benannt.
Mit diesem Playbook schaffen wir gemeinsam einen Prozess, der kreative Exzellenz mit technischer Robustheit verbindet. Sie liefern klare Vorgaben und Prioritäten, wir übersetzen diese in sauberen Code, zuverlässige Integrationen und messbare Qualität – zuverlässig, zügig und transparent.