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Mai 2015

Bezahlsysteme im Onlinehandel
Wir zeigen Ihnen die gängigsten Anbieter

Heute möchten wir Ihnen einen kurzen Überlick der gängigsten Online-Bezahlsysteme verschaffen. Bevor wir Ihnen die einzelnen Systeme inkl. deren Vor- und Nachteile nennen, erläutern wir kurz, wieso diese von enormer Wichtigkeit für Shopbetreiber und Käufer sind.

Für Webshop-Betreiber sind Bezahlsysteme von enormer Wichtigkeit. Viel zu oft scheitern Verkaufsabschlüsse im letzten Moment auf Grund von fehlenden und beliebten Bezahl-Optionen. Laut einer aktuellen Studie brechen etwa. 72 Prozent der Online-Shopper ihren Einkauf ab, wenn ihr bevorzugtes Bezahlverfahren beispielsweise nicht angeboten wird. Für Ihre Kunden als Webshop-Betreiber ist es daher enorm wichtig, seinen potentiellen Käufern die beliebtesten und gängigsten Zahlunsarten zur Verfügung zu stellen. Diese sollten schon vor dem eigentlichen Kaufprozess genannt bzw. aufgezeigt werden. So schwindet das Risiko eines Kaufabbruchs.

Neben den klassischen Zahlungsarten wie Vorkasse, Zahlung per Nachnahme oder Kreditkarte, haben wir Ihnen eine Liste der gängisten und beliebtesten Bezahlsysteme im Onlinehandel erstellt.

Fangen wir direkt mit einem der weitverbreitesten Bezahlsysteme an, mit PayPal.

PayPal wurde im Oktober 2002 von ebay aufgekauft und ist somit zu einer Tochtergesellschaft des US-Unternehmens geworden. PayPal kommt in mehr als 20.000 Online-Shops in Deutschland zum Einsatz und ist somit eines der weitverbreitesten Zahlungssysteme auf dem Markt. Der Käufer kann einfach, schnell und (meist) kostenlos bezahlen. Bei einer Zahlungsabwicklung mit PayPal wird der Käufer direkt vom Shop auf die Webseite des Zahlungsanbieters weitergeleitet. Hier wird allen Kunden die Möglichkeit angeboten, die Transaktion mit und ohne Anmeldung durchzuführen. Für eine Zahlung mit einem schon angelegten Kundenkonto, muss der Käufer lediglich seinen Benutzernamen und das Passwort eingeben und im Anschluss die Zahlung nur noch bestätigen. Bei einer Zahlungsabwicklung ohne Kundenkonto kann der Käufer einen Gastzugang nutzen und per Lastschrift oder Kreditkarte zahlen. Unter Eingabe der Bank- / Kreditkartendaten muss die Transaktion nur noch bestätigt werden. Der Verkäufer zahlt dabei eine Transaktionsgebühr in Höhe von 1,9% + 0,35 Euro, sofern keine Händlerkonditionen (abhängig vom Umsatzvolumen) vorhanden sind.

Vorteile:
• Kann dank einer mobilen Version auch mit dem Smartphone oder dem Tablet genutz werden.
• Sichere und schnelle Abwicklung der Transaktionen, da alle Daten (Bankverbindungen etc.) bei PayPal bleiben
• Wie beim Online-Banking sind alle PayPal-Seiten verschlüsselt.
• Hohe Verbeitung im In- und Ausland. Bei Käufern somit ein beliebtes Bezahlsystem.
• Der Verkäufer kann innerhalb von Sekunden nach der Transaktion einen Geldeingang im eigenen Konto verbuchen.

Nachteile:
• PayPal-Kunden werden oft Opfer von Phishing-Attacken.
• Für den Verkäufer fallen Transaktionsgebühren in Höhe von 1,9% an + 0,35Euro.

Ein weiteres gängiges Bezahlsystem ist die Sofortüberweisung. Dieses System ist TÜV-zertifiziert und Teil der Payment Network AG. Es ermöglicht dem Käufer direkt auf sein Bankkonto zuzugreifen. Hierfür wird das Onlinebanking der Hausbank des Käufers im Rahmen des Bezahlprozesses aufgerufen, von wo aus eine Überweisung auf das Konto des Händlers getätigt werden kann.

Vorteile:
• Kein Kundenkonto / keine Registrierung nötig.
• Direkte und verbindliche Bezahlungsmethode.
• Ähnelt dem klassischen Onlinebanking da PIN und TAN der Hausbank genutzt werden - daher eine einfache Handhabung.
• Angebot von Käuferschutzprogrammen.
• Kann auch wie PayPal ohne Probleme an jedes Shopsystem wie Magento, Shopware oder auch an ein selbstentwickeltes System angebunden werden.
• Durch die Anbindungsmöglichkeiten ist dieses System weit verbreitet

Nachteile:
• Der Käufer muss zwingend Onlinebanking haben.
• PIN und TAN werden an einen Dritten (Sofortüberweisung) weitergegeben, der die Transaktion im Namen des Käufers durchführt

Clickandbuy (eine Tochter der deutschen Telekom AG) bietet im Gegensatz zur Sofortüberweisung die Möglichkeit, Einkäufe zu tätigen, ohne dem Online-Shop-Anbieter die Bank- oder Kreditkartendaten mitteilen zu müssen. Hier muss vor der Nutzung des Anbieters lediglich ein Kundenkonto eingerichtet werden. Bei einer Zahlung mit clickandbuy müssen im Onlineshop nur noch der Benutzername, sowie das Passwort eingegeben werden, um die Transaktion durchführen zu können. Der Kaufbetrag wird dann im Anschluss vom Bankkonto oder von der Kreditkarte eingezogen.

Vorteile:
• Bank- oder Kreditkartendaten bleiben beim Käufer.
• clickandbuy ist vom BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) zertifiziert.
• Für den Käufer komplett kostenlos.

Nachteile:
• Sehr anfällig durch Phishing-Mails.
• Für Rücküberweisung auf das Bankkonto fallen Gebühren an, welche der Käufer zu tragen hat.

In punkto Usability und Sicherheit steht Giropay an vorderster Stelle. Dieses Online-Bezahlsystem bietet dem Käufer eine leicht verständliche Funktionsweise. Bei der Auswahl von Giropay, wird nach Eingabe der eigenen Bankleitzahl, über eine gesicherte Verbindung zur Webseite der Bank weitergeleitet. Das dort aufgeführte Online-Banking-Überweisungsformular ist bereits mit den für die Transaktion notwenigen Daten gefüllt, sodass nur noch die TAN eingegeben werden muss. Giropay wird bisher fast ausschließlich national eingesetzt, sodass auf internationalen Seiten kaum mit diesem Bezahlsystem gerechnet werden kann. Eine Kooperation mit dem in Österreich angebotenen Online-Überweisungsverfahren „eps“ ist aber geplant, ebenso die Vernetzung mit anderen Ländern.

Vorteile:
• Abwicklung der Transaktionen über das Portal der Hausbank. Die Bankdaten bleiben also beim Käufer.
• Nach Abschluss der Transaktion erhält der Verkäufer / Shop-Betreiber eine Nachricht der Bank über die erfolgreiche Überweisung und eine Zahlungsgarantie. Somit kann die gekaufte Ware direkt versendet werden oder die Onlinedienstleistung zum Download bereitgestellt werden.
• Keine Gebühren, keine Software nötig.

Nachteile:
• Der Käufer muss zwingend Onlinebanking haben.
• Es findet keine automatische Prüfung der (Bank-)Webseite statt, auf die der Käufer weitergeleitet wird. Hier muss der Kunde selbst prüfen, ob die aufgerufene Webseite die der Hausbank ist.
• Es kann möglich sein, dass die Bank des Käufer nicht am Bezahlverfahren von Giropay teilnimmt. Somit wäre ein möglicher Kauf nicht möglich.
• Eine einmal angewiesene Zahlung kann nicht bzw. nur sehr schwer zurückgefordert werden. Hier liegt der Vorteil ganz klar beim Shopbetreiber.

Wer allerdings eine anonyme Zahlung bevorzugt hat die Wahl zwischen Paysafecard und Wirecard - Diese beiden Systeme funktionieren ähnlich wie eine Prepaid-Card beim Handy. Die Paysafecard kann an Tankstellen oder im Supermarkt (ca. 7.000 Verkaufsstellen deutschlandweit) erworben werden. Diese Karten gibt es mit Guthaben zwischen 10,- Euro und 100,- Euro. Mit dem einem 16-stelligen Code kann bei registrierten Händlern eingekauft werden. Pro Einkauf kann immer nur ein Guthaben eingesetzt werden, d.h. dass größere Einkäufe damit nicht getätigt werden können. Somit werden dieses Zahlungssystem vermehrt bei Käufen in Online-Portalen und PC-Spielen eingesetzt. Die Wirecard ist ein Anbieter von PrePaid-Kreditkarten. Mit diesem System kann bei allen MasterCard-Akzeptanzstellen, in der Höhe der des aufgeladenen Betrages eingekauft werden.

Vorteile:
• Der Käufer kann bei beiden Zahlungssystemen anonym einkaufen, da keine personenbezogenen Daten angegeben werden müssen.
• Keine Anmeldung nötig, keine Gebühren für die Nutzung.
• Volle Kostenkontrolle.

Nachteile:
• Zahlungen sind begrenzt auf max. 100,- Euro.
• Karten (paysafecard) müssen vor dem Onlinekauf erst im Shop gekauft werden.
• Bei Rückerstattungen müssen dem Shopbetreiber die Bankdaten übermittelt werden.

Eine noch sehr unbekannte Zahlungsart im Onlineshop ist die Barzahlung. Hier kann der Käufer ohne Online-Banking, Kreditkarte oder Kundenkonto seinen Einkauf abwickeln. Hierzu muss beim Kaufabschluss Barzahlen als Zahlart ausgewählt werden. Anschließend erhält der Käufer eine E-Mail mit einem Zahlschein, welcher ausgedruckt werden muss. Sollte kein Drucker vorhanden sein, kann aber auch alternativ eine SMS auf das Smartphone versendet werden. Im Anschluss muss bei einem der über 6.000 Barzahl-Partnern (beispielsweise real,- oder dm) unter Vorlage des Zahlscheins oder Angabe des Zahlencodes vom Smartphone in bar gezahlt werden. Der Verkäufer erhält in Echtzeit eine Benachrichtigung der Barzahlung und kann die Ware noch am selben Tag verschicken.

Vorteile:
• Der Käufer benötigt kein Kundenkonto, keine Kreditkarte, kein Online-Banking und keine Prepaid-Karten.
• Kostenloser Dienst.
• Kunden mit gesperrten Bankkonten, haben somit dennoch die Möglichkeit Online-Einkäufe zu tätigen.
• Der Shopbetreiber kann sich durch das Anbieten dieser Zahlungsart gegenüber anderen Shop’s einen Vorteil verschaffen.

Nachteile:
• Zahlung nicht bequem per Mausklick, denn es muss vor Ort (bei einem der Barzahl-Partnern) bezahlt werden.
• Bezahlsystem ist noch nicht sehr bekannt und wird nicht überall angeboten.

Fazit:
Für Shopbetreiber ist es enorm wichtig, seinen Kunden eine sinnvolle Auswahl an Online-Zahlungsmethoden zur Verfügung zu stellen und diese schon auf der Startseite (gut plaziert) zu präsentieren. So erhöht sich die Chance auf einen Kaufabschluss. Zudem sind verschiedene Währungsoptionen zu empfehlen, um auch für Käufer aus dem Ausland preistransparent zu sein. In punkto Sicherheit sollten Systeme genutz werden, welche den Schutz der sensiblen Kundendaten gewährleisten. Alle genannten Bezahlsysteme, lassen sich ohne große Schwierigkeiten in Shopsysteme integrieren – wir helfen Ihnen natürlich gerne dabei!

Bei Käufern ist es so, dass letztendlich jeder für sich selbst entscheiden muss, welches das geeignetste Zahlungsystem ist. In diese Entscheidung sollten vor allem Punkte wie Sicherheit und Rückabwicklung einer Transaktion mit einfließen, um am Ende keine böse Überraschung zu erleben.
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